Pro und Kontra von Wärmepumpenanlagen
Wenn heutzutage größere Gebäude errichtet werden, fällt immer häufiger die Entscheidung für die Erdwärme, wenn es um das Heizen und Kühlen des Komplexes geht. Die Wärmepumpe gilt als ökologisch, weil sie einen großen Anteil der Energie umweltfreundlich, ohne dass das Treibhausgas Kohlendioxid anfällt, aus dem Boden oder der Luft holt.
Erdwärmeanlagen sind, so der Bundesverband Geothermie Geothermische Vereinigung, anderen Optionen wirtschaftlich häufig überlegen, weil sie langfristig gesehen preisstabiler arbeiten und weniger Wartung benötigen. Im „Marktanreizprogramm“, das bis Anfang 2007 vor allem Solarkollektoren förderte, werden aus diesen Gründen Wärmepumpen ebenfalls berücksichtigt. Gebäude mit Erdwärme zu heizen  ist, so mahnen Experten nicht unbedenklich. Sie weisen auf die nicht uneingeschränkt positive Ökobilanz und die Erdbebengefahr durch Probebohrungen hin.
Die Geothermienutzung darf durch CCS-Vorhaben nicht verhindert werden
„Die Bedeutung der Geothermie und der gesetzliche Vorrang der Erneuerbaren Energien muss im CCS-Gesetz ausreichend Beachtung finden“, erklärt Hartmut Gaßner, Präsident des GtV Bundesverband Geothermie. Wir sind zu konstruktiver Mitarbeit gerne bereit!“ Der Bundestag wird den vorliegenden CCS-Gesetzentwurf in erster Lesung am 06.05.2009 und der Bundesrat am 15.05.2009 behandelten. Näheres ist dem Dokument „Vorschläge zur Änderung des Entwurfs eines CCS-Gesetzes“ zu entnehmen.
10 Jahre Thermal Response Test ein Werkzeug für Erdwärmeanlagen
Ein Planungsbüro muss, damit die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Erdwärmesondensystemen gewährleistet ist, das Sondenfeld präzise auslegen. Dafür müssen die thermischen Eigenschaften des Untergrunds genau bekannt sein Zu diesem Zweck wurde, vor rund zehn  Jahren in internationaler Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie mit dem Thermal Response Tests ein Instrument entwickelt, dass dafür die notwendigen Daten liefert.
Wenn für ein Einfamilienhaus eine Heizungsanlage die mit Erdwärme gespeist wird geplant ist, werden die thermischen Eigenschaften des Untergrundes meist geschätzt. Aus diesem Grund müssen später, bei der Installation entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Diese Methode ist für größere Bauprojekte zu teuer. Ein Thermal Response Tests ist, um den Untergrund zu überprüfen, für größere Gebäudekomplexe wirtschaftlicher. Die erforderlichen Daten werden durch eine Probebohrung und den durch Sonden an Computer übermittelten Werten, gesammelt. Nachdem die Daten ausgewertet wurden, können die Verteilung, der Abstand und die Tiefe der Erdwärmesonden auf dem Grundstück festgelegt werden. In Deutschland wird dieses Verfahren erfolgreich eingesetzt, ist seitdem ständig weiterentwickelt und zu einem Standard-Planungsinstrument geworden.
Gesetzesänderung erwünscht
Der Bundesverband Geothermie regt eine Gesetzesänderun an. Er beschränkt sich zunächst auf Regelungsvorschläge, die unmittelbar die Geothermienutzung betreffen. Es seien Gesetzesänderungen hinsichtlich der Befristung von Untersuchungsgenehmigungen und eine bessere Regelungen über den Datenzugang und Datenaustausch im veralteten Lagerstättengesetz nötig.
Kritik an der Ökobilanz von Wärmepumpen
Die Bundesregierung will die Wärmepumpe als erneuerbare Energie fördern, doch nicht nur die Ökobilanz der Erdwärme-Heizung ist umstritten. Natürlich klingen die Versprechungen der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW): “Kostenfreie Energie aus der Natur” verlockend. Wer genau hinschaut merkt aber schnell, dass Erdwärmeanlagen auch elektrische Energie, die in Deutschland zurzeit vor allem aus Klima-schädigendem Kohlestrom hergestellt wird, benötigen. Strom wird  von einigen Stromanbietern zu Sonderkonditionen des “WärmePlus” Tarifs angeboten, die den Wechsel erleichtern soll. Für Thorsten Becker, Leiter der Energiepolitik beim BUND ist klar, warum die Wärmepumpe im Förderprogramm auftaucht. “Die Energiekonzerne haben ein Interesse daran, den Stromverbrauch zu erhöhen und Kunden zu binden”, sagt er.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist ein Anzeiger der Ökobilanz
Es ist die Jahresarbeitszahl mit der die Energieeffizienz der Pumpe gemessen wird. Ein JAZ von drei bedeutet: Um drei Kilowattstunden Wärme zu erzeugen, benötigt man eine Kilowattstunde Strom. Je niedriger die JAZ, desto schlechter die Ökobilanz. Der Entwurf des Wärmegesetzes sieht vor, dass Luftpumpen eine JAZ von 3,3 und Erdpumpen mindestens 4 erreichen müssen. Der Bundesverband Wärmepumpe ist mit den Förderplänen unzufrieden. “Die Vorgaben, die das Wärmegesetz macht, werden nur von absoluten Spitzenprodukten erreicht”, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski. “Die Hälfte der installierten Wärmepumpen fallen heraus.” Er fordert eine generelle Absenkung der JAZ auf drei.
Einbau von Wärmepumpen nicht so einfach
Hausbesitzer müssen, damit die erforderlichen Flächenkollektoren verlegt werden können, über eine genügend große Grundfläche und einem Kapital von rundgerechnet 20. 000 Euro für die Erdwärmepumpe verfügen. Wärmepumpen die der Luft Wärme entziehen sind mit rundgerechnet 15. 000 Euro etwas preisgünstiger.
Wärmepumpenbohrungen stehen im Ruf die Erdbebengefahr zu erhöhen
Die Technik steht jedoch in der Kritik, seit das Erdwärme-Projekt Deep-Heat-Mining im Basler Ortsteil Kleinhüningen mehrere Erdbeben bis zu einer Stärke von 3,2 verursacht hat die bis in Süddeutschland ausstrahlten. Zudem stehen Geothermie-Bohrungen im Verdacht, für Schäden an mehr als 130 Häusern in der historischen Altstadt von Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) verantwortlich zu sein. Der Auslöser soll das heiße Wasser sein, das in die heißen Gesteinsschichten gepumpt wird um die Erdwärme an die Oberfläche zu bringen. Zwei Erdbeben, die in den Jahren 2004 und 2005 Norddeutschland erschütterten, könnten demnach ebenfalls durch die Förderung von Erdgas verursacht worden sein.
“Der Erdstoß ist keine direkte Folge der Bohrung”, so erklärte der Präsident der Geothermischen Vereinigung aus Geeste, Horst Rüter, nach dem Erdbeben vom Dezember dem SPIEGEL. “Die Energie, die dabei in die Erde geleitet wird, ist viel zu gering, um ein Ereignis dieser Stärke zu bewirken. Geothermie kann niemals der Grund für ein Erdbeben sein, sondern nur der vorzeitige Auslöser.” Gebebt, so Rüter, hätte die Erde so oder so. Er wies darauf hin, dass es auch beim Abbau von Steinkohle, bei der Gewinnung von Gas oder Erdöl und bei der geplanten Lagerung von Kohlendioxid im Untergrund (Sequestrierung) “zu seismischen Ereignissen” komme. Ob im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet die Geothermie als alternative Form der Energiegewinnung weiter vorangetrieben wird, ist offen.
Bei Messen über Wärmeanlagen informieren
Bisher nahmen im Jahr 2009 über 2600 Fachbesucher die Gelegenheit wahr, bei der GeoTHERM Messe mit 112 Ausstellern aus 7 Nationen wertvolle Kontakte zu knüpfen. Seither ist das Interesse an der GeoTHERM stetig gewachsen und auch die Politik setzt verstärkt auf Geothermie. So heißt es im Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 13. Mai 2009: „Bis 2020 sollen in Deutschland mit Anlagen der Tiefen Geothermie etwa 280 Megawatt Leistung installiert und 1,8 Milliarden Kilowattstunden Strom sowie 8,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme pro Jahr erzeugt werden.” In einem mit Schlüsselexperten exzellent besetzten, vom GtV Bundesverband Geothermie (GtV-BV) unter Mitwirkung des Bundesverbandes Wärmepumpen (BWP) veranstaltetem Symposium, wird am 16.09.09 in der Universität Göttingen Bilanz gezogen, werden Verfahren und Trends vorgestellt und diskutiert.
Werner Bock, Geschäftsführer der Messe Offenburg-Ortenau, teilt mit, dass die Einreichungsfrist für Referenten die bei der Messe (vom 19. + 20. Juni 2010) Fachvorträge halten wollen, bis Anfang Oktober 2009 läuft. Er ist überzeugt, dass „das Fachevent  alles bietet, was die Geothermie-Industrie, Kommunen und Energieversorger ebenso wie Architekten, Ingenieure und Handwerker über die erneuerbare Energie von Mutter Erde wissen wollen.“








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